Susanne Schmidt:
Integration, Identität und die Selbstbilder von Jugendlichen kurdischer Herkunft


Forschungsergebnisse aus quantitativen und qualitativen Studien zu der Situation Jugendlicher kurdischer Herkunft in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass die im Zeitraum 1997-2000 untersuchten Jugendlichen im Bereich formaler Integration über einen hohen Integrationsgrad verfügen. Dies bezieht sich auf ihre Einbürgerungsbereitschaft und -quote, die über der anderer Einwanderergruppen, wie beispielsweise der der Türken, liegt. Ebenso wird dies an ihrer Bildungsaspiration und -partizipation deutlich, die sich der der Mehrheitsgesellschaft annähert. Im Bereich alltäglicher Integration ist allerdings zu bemerken, dass sich diese eher an der Herkunft als an der Aufnahmegesellschaft orientiert. Zu den vielfältigen Gründen für diese beiden Befunde zählt die Autorin die spezifische Situation der Jugendlichen kurdischer Herkunft, die durch nichtvorhandene Rückkehroptionen gekennzeichnet ist, bei gleichzeitiger rassistischer klischeehafter Wahrnehmung durch die Mehrheitsgesellschaft und Konflikten mit EinwanderInnen türkischer Herkunft, sowie durch die generelle Nichtanerkennung der kurdischen Einwanderer als eigenständiger ethnischer Bevölkerungsgruppe.

 

zurück