Markus Ottersbach:
Gesellschaftliche Karrieren kurdischer Selbständiger in der Bundesrepublik Deutschland


Zwischen dem Anspruch und der Realität einer sozioökonomischen Assimilation der allochthonen Bevölkerung klafft immer noch eine beträchtliche Lücke. Grundsätzlich gilt diese Differenz auch für die Gruppe der Selbständigen mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Allerdings weist eine zunehmend erfolgreiche Gruppe ausländischer UnternehmerInnen darauf hin, dass auch die Kluft innerhalb dieser Gruppe wächst. Für eine am sinnhaften Verstehen orientierte soziologische Betrachtung noch interessanter als die statistischen Daten sind die Eckdaten der gesellschaftlichen Karrieren ausländischer UnternehmerInnen. Die hier vorliegenden Projektergebnisse verdeutlichen die gesellschaftlichen Voraussetzungen, Probleme und Möglichkeiten, mit denen kurdische UnternehmerInnen in der Bundesrepublik Deutschland konfrontiert sind. Zudem geht es darum, die subjektiven Verarbeitungsmodi dieser spezifischen gesellschaftlichen Positionierungen darzustellen. Von Interesse ist dabei auch, ob die Gruppe der kurdischen UnternehmerInnen sich aufgrund einer mehrfachen Diskriminierung von den anderen allochthonen UnternehmerInnen unterscheidet und ob Ethnizität bei kurdischen UnternehmerInnen eine wichtige Rolle spielt. In diesem Zusammenhang wird auch auf das Konzept der ethnischen Ökonomien rekurriert: Es soll geklärt werden, ob Ethnizität beim Aufbau eines Unternehmens eher als Ressource oder eher als Hindernis zu interpretieren ist.

 

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